Gedanken in einer verrückten Welt

erstellt von Tatjana Ram, Literatur-Kurs, Barbara Messing |

Aktivitäten des Literaturkurses in Pandemiezeiten

"Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden" - so sagt es Möbius in Dürrenmatts "Physikern". Gedanken verbreiten sich gelegentlich wie Viren, und Gedanken machten sich auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Literaturkurses: Wie umgehen mit der Situation? Was machen, wenn die geplante Aufführung ausfallen muss?

So fand die kreative Auseinandersetzung mit Literatur und dem Leben andere Wege. Es entstanden Essays, Gedichte, Interviews und Filme, die sich mit dem Drama Dürrenmatts und dem Drama "Corona" beschäftigten.

So schreibt eine Schülerin: "Wie schön wäre es doch, wenn wir die Gedanken, die wir nicht in unseren Köpfen haben möchten, einfach aussortieren könnten, genau wie in einer Recycling-Fabrik. Das Gute bleibt und wird weiter verarbeitet und das Schlechte wird ganz einfach aussortiert. Doch dafür gibt es leider keine Formel."

Keine fertige Formel gibt es auch für das Lernen im Distanzunterricht, wenn sich alles ermüdend und eintönig anfühlt und Tag und Nacht verschwimmen, wie es Schülerinnen so plastisch im Film1 und Film2 darstellen. Oder doch alles zugeben, wenn auch erst im Verhör? Immerhin, es bieten sich auch in dieser Phase Lernchancen, mit denen man so nicht gerechnet hatte.

Auch wenn sich das alles im Moment ein bisschen anfühlt wie das "Irrenhaus" bei Dürrenmatt, sollten wir nachsichtig mit uns sein. "Wir sind keine Maschinen, wir sind Menschen mit Fehlern und Macken und genau das macht uns einzigartig, auch wenn wir nicht immer perfekt sind", fasst es eine Teilnehmerin zusammen.

So sehnen sich alle nach den Mühen, Wirren und Freuden einer Aufführung zurück: Proben. Lampenfieber. Sich mit Mimik und Gestik ausdrücken. Echtes Publikum. Und Applaus.