Gebäudeansicht - BKWB

BKWB-Schüler Moritz Haurand berichtet aus Kamenice nad Lipou

Moritz arbeitet während seines Auslandspraktikums in Tschechien, beim Automobilzulieferer Edscha Automotive Kamenice Ltd., und empfiehlt jedem Schüler ein Auslandspraktikum zu machen.

„Wo soll man anfangen? Diese Frage habe ich mir auch gestellt, als ich meinen ersten Tag als Mitarbeiter in der Qualitätssicherung begonnen habe.

Am besten fängt man ganz vorne an und zwar beim Kennenlernen der Mitarbeiter und dem Equipment das man nutzen wird.

Alle Mitarbeiter sind sehr nett und aufgeschlossen. Auch wenn man sich nicht direkt versteht, hilft der menschliche Instinkt und das Augenmaß, da nicht jeder in der Abteilung selbstverständlich der englischen oder deutschen Sprache mächtig ist. Glücklicherweise sind die Abteilungsleiter für einen die meiste Zeit zuständig und müssen sich auch in Meetings auf diversen Sprachen verständigen, was mir persönlich sehr in die Karten spielt, da ich mich viel mit englischsprachigem Content wie Serien, Videos oder Bücher beschäftige. Dies gibt einem die Möglichkeit, auf einem guten Sprachniveau miteinander zu kommunizieren und sich auch auf fachbezogene Themen, wie dem Messen oder Bedienen des Digitalmikroskops, zu dem ich später noch komme, zu unterhalten.

Also, wie schon vorher angekündigt, war meine erste Aufgabe das Kennenlernen und Bedienen des Digitalmikroskops. Dies war Anfangs ein wenig schwierig zu bedienen. Mit der Zeit wurde die Handhabung aber immer einleuchtender und verständlicher. Die erste Aufgabe mit dem Gerät war eine Probemessung an Muttern. Hier musste in einer 2D Ansicht der Winkel und diverse andere Maße überprüft werden. Als nächstes war es Zeit für eine 3D Ansicht, um die Oberflächenbeschaffenheit und die Tiefen zu messen, was für mich  sehr interessant war, da ich mir die Frage gestellt haben, wie ein Gerät eine 3D Ansicht macht, obwohl es nur auf einer Ebene arbeitet (siehe Foto). Die Antwort ist relativ einfach. Mit Hilfe verschiedener Zoomoptiken ist es möglich, die Tiefen zu messen, und daher eine, zwar nur auf einer Ebene bestehende, 3D Ansicht zu erstellen, welche aber sehr genau ist. Die nächsten drei Stunden habe ich damit verbracht, an dem Mikroskop mit anderen Probeteilen zu trainieren und ein Gefühl für das Verfahren zu bekommen. Nach der Trainingseinheit bekam ich den ersten Auftrag, der auch Auswirkungen auf die Produktion haben würde. Der Auftrag war recht einfach gehalten. Ich sollte von einem Scharnierbolzen die Richtigkeit der Winkel prüfen. Dies musste an zehn frischproduzierten Teilen erfolgen,  welche laut dem Datenblatt für Porsche bestimmt waren. Die Aufgabe ging leicht von der Hand und dann war es auch schon Zeit für die Mittagspause.

Nach der Mittagspause bekam ich schon den nächsten Auftrag. Diesmal war die Aufgabe  das komplette Analysieren des passenden Scharniers sowohl in 2D und in 3D. Besonders viel Wert sollte ich auf die Tiefen und deren Winkel in dem 3D-projizierten Ergebnisse im Graphen legen, da diese bestimmen würden, wie reibungslos das Scharnier später funktionieren würde. Die Prüfung verlief erfolgreich. Die Produktion schien gut zu sein und alle Maße befanden sich im Toleranzbereich.

Abschließend kann man sagen, dass das Arbeiten im Bereich der Qualitätssicherung sehr interessant war und eine neue Erfahrung, da Geräte zum Einsatz kamen, welche ich noch nie zuvor bedient hatte. Zu meiner Überraschung konnte ich viele Kenntnisse aus der Ausbildung am BKWB verwenden, die sehr hilfreich waren, um erfolgreich agieren zu können.

Ich empfehle jedem, der nach einer Herausforderung sucht und neue Erfahrungen sammeln will, ein Praktikum im Ausland zu machen, sei es bei Edscha oder bei einer anderen Firma. Es macht ungemein Spaß, bildet weiter und gibt einem gegenüber anderen einen großen Vorsprung beim erfolgreichen Einstieg in die Arbeitswelt!"

Moritz Haurand (AMF12b)

 

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